Wolfgang Steinert †

„Im  Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben einen Wert geben“,
der französische Dichter Paul Claudel, hat dies einmal gesagt.

Mit Wolfgang, mit Wolfi, verliert die Schwarze Elf so einen Menschen, der dem Leben in unserer Fastnachtsgesellschaft Wert gegeben hat. Wolfi trat 1975 in die damals noch SKF Turn- und Tanzgruppe ein und war bis zum Schluss, also fast 50 Jahre, an den verschiedensten Stellen unserer Gemeinschaft aktiver Faktor.

Natürlich als junger Tänzer in den großen Shows der Gruppe z.B. beim Limbo in der Rio Show. Schnell wurde aber auch sein komödiantisches Talent entdeckt, wenn es galt humoristische i-Tüpfelchen in den Tanznummern zu setzen. Unvergesslich die Szene auf dem Bau als drei Männer die Leiter hereintrugen und er, als kleinster in der Mitte, mit den Beinen in der Luft sich abstrampelte. Slapstick vom Feinsten. Im Männerballett fand er mit dem hochgewachsenen Harald Scheuring schnell seinen Sparringspartner für manchen Lacher.


Aber Wolfi war nicht, vielleicht sogar am Wenigsten, nur „Mann der Bühne“. Was ihn auszeichnete war eine ungeheure Hilfsbereitschaft. Mit zu machen, helfen, ohne Bedingungen, ohne Gegenleistung einzufordern, einfach als Freund und Helfer da zu sein. Durch seinen nebenberuflichen Getränkedienst hatte er ein großes Fahrzeug und wo immer es etwas zu transportieren galt, war der Wolfi erste Wahl. Die großen Sprungmatten der Turner, die üppigen Requisiten der Tanzgruppe, egal wohin, egal wie weit, egal um welche Uhrzeit. Die Requisiten beim Aufbau in der Stadthalle, die Bänke zum Sommerfest, der Wolfi und sein Bus waren der verlängerte Arm der 14 Nothelfer auf Erden. Bis hin zum Umzugsunternehmer, wenn die eigentlich bestellte Truppe nicht angetreten war.   

Fast selbstverständlich erscheint es da, dass er über viele Jahre auch als Beisitzer in der Vorstandschaft Verantwortung trug.

Dabei war seine Hilfe nicht nur auf die Schwarze Elf beschränkt. Ich mache hier sicher keinen Fehler, wenn ich die gesamte Kolpingfamilie mit einbeziehe.

Ich selbst z.B. begegnete Wolfi zum ersten Mal bei der neu gegründeten Jungkolpinggruppe 1979 als er Berthold und Inge Klopf und Alfred Hochrein  beim Aufbau einer neuen Jugendgruppe unterstützte. Zelte und Gepäck, Tische Bänke für’s Zeltlager, Begleiter bei den Jugendwochenenden in Michelau, ob Jungkolping ob Tanzgruppe, über Jahrzehnte half er mit, jungen Menschen Heimat in unserer Gemeinschaft zu bieten.

Er war nicht der Mensch, der wartete bis er gebeten wurde, er war der Mensch des ersten Schrittes, unaufgeregt aufeinander zu. Wenn er sagte „Ich kümmer mich drum“ war das Problem eigentlich schon gelöst. Seine ruhige, unkomplizierte, Art, die entgegenkommende Ausstrahlung die Wolfi als Mensch auszeichnete, machten die Begegnungen und die Zeit mit ihm so wertvoll.

Wir leben in einem christlichen Bewusstsein, dass der Tod nicht endgültig ist, dass unsere Verstorbenen uns nur vorausgegangen sind  und doch werden wir Wolfi vermissen.

Wolfgang Steinert, unser Wolfi, eine Institution, ein Urgestein, vor allem aber ein Mensch, ein treuer Begleiter, ein guter Freund.

„Das Bewußtsein eines erfüllten Lebens und die Erinnerung an viele schöne Stunden sind das größte Glück auf Erden“,
hat schon vor über 2000 Jahren der römische Staatsmann Cicero gesagt.

Wolfgang Steinert gehört zu den Menschen, die uns dieses Glück auf Erden geschenkt haben. Dafür sind wir unendlich dankbar. Wir; die Schwarze Elf der Kolpingfamilie Schweinfurt, werden die vielen schönen Stunden mit ihm in dankbarer Erinnerung halten, Wolfgang Steinert wird im Bewusstsein unserer Gemeinschaft in der Geschichte und den Geschichten seinen festen Platz haben. 

 


© Schwarze Elf

Zum 33-jährigen Jubiläum der Schwarzen Elf im Jahre 1987 stiftete Peter Lehmann von sich aus einen Spiegelorden in Gold.

Die Vorstandschaft beschäftigte sich mit dieser von ihr nicht bestellten Auszeichnung und erkannte sie schließlich offiziell an.


Der Spiegelorden in Gold sollte zur Erinnerung an Walter Zänglein unregelmäßig für besondere Verdienste verliehen werden. Trotzdem gab es in der Folgezeit lediglich zwei Preisträger: Sepp Ehrlitzer und Hans Driesel.

Warum der Preis danach nicht weiter verliehen wurde, ist unklar.
Heute wird er offiziell nicht mehr verliehen.

Weil man annahm, dass gerade bei der SKF Turn- und Tanzgruppe eine so hohe Fluktuation herrscht, dass die tanzenden Mädchen niemals auf elf Jahre Mitwirkung und somit auch nicht in den Genuss des Spiegelordens kommen, wurde für sie ab 1976 eine eigene Auszeichnung geschaffen.
Die (bereits seit 1971) offizielle Fünf-Mark-Gedenkmünze „Albrecht Dürer“ wurde gerahmt und mit einer Kette versehen.
Die Münze bekamen die Mädchen nach fünf Jahren aktiver Mitwirkung überreicht.
Der Orden wurde nicht mehr verliehen, als es die Gedenkmünzen nicht mehr zu kaufen gab.

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